01. DX Manual
02. The Likes Of You
03. Loneliness
04. All Reality Is Virtual
05. Uncanny Valley
06. Reforesting Fire
07. Like This
08. Easy Difficult
09. Numbered Days
10. Not The Sun

Release: 19.10.2018

Odd Beholder - All Reality Is Virtual

"Ich habe den Eindruck, wir haben ein seltsames Pop-Album aufgenommen, das bunt ist und nachdrücklich. Und das sich mit den eigenartigen Versuchungen unserer Zeit befasst - von Tinder zu KI, von Offline-Einsamkeit zu obsessiver Selbstvermarktung." 

Odd Beholder, das Projekt der in Zürich lebenden Musikerin Daniela Weinmann, veröffentlicht sein Debüt-Album "All Reality Is Virtual". In den detailreichen aber präzise formulierten Stücken arbeitet Weinmann weiter an ihrer Version umarmender Electronica und melancholischer Popmusik. Wie auch auf den zwei bisher veröffentlichten EPs ist die Musik von ein Ausdruck von Enfremdung. Im Zentrum von Odd Beholder führt die Künstlerin akribisch Buch über die Merkwürdigkeiten der Welt um sie herum und adressiert diese in ruhigen und doch dringlichen Worten. 

"'All Reality Is Virtual' begann mit der Überlegung, wie viel Zeit ich online verbringe. Und vor allem, womit", berichtet Weinmann. Als Musikerin, zumal in der Popmusik, muss sie sich um ihre Social Media Kanäle kümmern. Und sie ist sich dabei sicher, dass sie auf keiner einzigen Plattform einen Account unterhalten würde, wenn sie keine Künstlerin wäre. "Ich habe nie gelernt, mich sicher zu fühlen in einer Umgebung, die nur aus Bildern und Worten besteht. Vor allem in einer Umgebung, in der zumindest theoretisch alles, was ich mache und sage immer und überall auf der ganzen Welt zugänglich und wahrnehmbar ist, in der meine Spuren niemals verschwinden werden." Als introvertierter Mensch kann sie nicht nachvollziehen, wie auch nur irgendwer ungezwungen damit umgehen kann.

Die Stücke auf dem Album handeln auch davon, mit sich selbst konfrontiert zu werden, mit den eigenen Schwächen, Lügen und Wahrheiten. "In 'Loneliness' zum Beispiel sah ich zu Beginn eine Figur in der Wüste", sagt Weinmann. "Später, bei der Recherche für den Videoclip, dachte ich eher an eine Kämpferin, ich stellte mir die Waffen vor, die sie sich aussucht. Allmählich wurde die Figur in meinem Kopf immer mehr zu einer Figur in einem Spiel. Also dachte ich mir den Kampf als Spiel oder Sport." Im unbequemen Video zum Stück verkörpert die belgisch-schweizerische Performance-Künstlerin Annalena Fröhlich eine Fechterin, die in einer völlig unwirklichen Umgebung allein gegen einen unsichtbaren Gegner antritt. Diese absurde Einsamkeit steht dabei für verschiedene Dinge. Weinmann fährt fort: "Das kann auch die Einsicht sein, dass das Spiel gegen Dich ausgerichtet ist. Der Gegner ist einfach durch die Infrastruktur verkörpert und muss nicht mal anwesend sein, um über Dich zu gewinnen. Das ist die Einsamkeit, struktureller Macht zu unterliegen."

Die Beschäftigung mit virtuellen Realitäten bestimmt dabei indirekt auch die Produktion des Albums. "Vieles von dem, was online passiert, fühlt sich fade, falsch und manipulativ an. So entwickelte ich einen Appetit auf das Physische." Weinmann kehrt nach ihrer anfänglichen Ableton-Euphorie zu ihrer Gitarre zurück. Sie trifft den jungen Schweizer Musiker Martin Schenker, um ihre Ideen mit einem Gitarristen zu besprechen. Ironischerweise entdeckt sie dabei aber einen Produzenten: Schenker stellt ihr eine Menge eigener Tracks und Beats vor. "Ich vertraute seinem Geschmack und vor allem seinen chaotischen Methoden", sagt Weinmann.

Eine der großen Verlockungen eines digitalisierten Lebens ist die Idee, dass alles gemessen und aufgezeichnet wird und damit zwangsläufig bekannt ist. Weinmann aber sehnt sich nach Überraschung, nach Verwunderung. Sie sucht das Unbekannte, das Unkontrollierbare. So probieren beide vor allem unablässig neue Dinge aus, hängen rum und machen Musik zusammen. Zudem sucht auch Schenker nach Dingen, die er noch nicht gehört oder gespielt hat. Beide spielen sich gegenseitig unendlich viel Musik vor, von Aphex Twin zu Oneohtrix Point Never zu Mount Kimbie zu Kelela bis hin zu irgendwelchen Anime Soundtracks oder Classic Rock. Alles geht. "Am Ende benutzten wir einige schrottige Syntheziser wie den Yamaha DX7, Roland D-50 oder Dr. Rhythm. Und vor allem unsere Gitarren. Das Album mit Martin zu produzieren fühlte sich an, wie in einer Band zu spielen." Künstliche Intelligenz wird gute Popmusik schreiben, das ist nur eine Frage der Zeit. Aber wird sie auch die Freude empfinden, die das Spielen in einer Band mit sich bringt?

Odd Beholder haben mit "Lighting" (2016) und "Atlas" (2017) eindrückliche EPs veröffentlicht. Dazu gehörend stellen sie im Frühjahr 2018 mit "Remixes" eine geschmackvoll zusammengestellte EP mit ausgewählten Bearbeitungen von Freund_innen vor, die sie unterwegs gefunden haben oder von denen sie Fans geworden sind: The/Das, Fejká, Hundreds, Alessandro Giannelli, Kalipo, Thomas Atzmann. Der von den Berliner Filmern Grambow & Kirchknopf in Aserbaidschan in Zusammenarbeit mit der Azerbaijan Social & Modern Dance Association gedrehte Videoclip zur Single "Landscape Escape" gewinnt den Jurypreis der "Best Swiss Video Clip"-Awards 2017. Das Stück wird außerdem an zentraler Stelle im Film "Mario" eingesetzt (Kinostart 18.10.18), der sich mit dem schwierigen Umgang mit Homosexualität im Fußball auseinandersetzt. Odd Beholder werden vom Hamburger Electropop-Duo Hundreds ausdrücklich auf die Tour zu dessen aktuellem Album  eingeladen. Odd Beholder besucht das Great Escape Festival und tourt in verschiedenen Konstellationen in China, Italien, Deutschland und der Schweiz. Anschließend arbeitet Weinmann zusammen mit Martin Schenker am nun vorliegenden Debütalbum. 

"All Reality Is Virtual" von Odd Beholder erscheint am 19.10.2018 als LP, CD und digital auf Sinnbus und Mouthwatering Records.

English:

"I have the impression that we recorded a strange pop album, which is colourful and insistent. And which is about the strange temptations of our time - from Tinder to AI, from offline solitude to obsessive self-marketing."

Odd Beholder, the project of Zurich-based musician Daniela Weinmann, releases its debut album "All Reality Is Virtual". In the detailed but precisely articulated pieces Weinmann continues to work on her version of embracing electronica and melancholic pop music. The music, as on the two EPs released so far, is an expression of alienation. In the centre of Odd Beholder the artist meticulously keeps record of the curiosities of the world around her and addresses them in calm yet urgent words.

"All Reality Is Virtual' started by thinking about how much time I spend online. And in particular, on what," Weinmann reports. As a musician, especially in pop music, she has to look after her social media channels. And she is certain that she would not have any account on any platform if she were not an artist. "I have never learned to feel safe in an environment consisting only of images and words. Especially in an environment where, at least theoretically, everything I do and say is always and everywhere in the whole world accessible and observable, in which my traces will never disappear". As an introverted person, she can't understand how anyone can deal with it without compulsion.

The songs on the album are also about being confronted with oneself, with one's own weaknesses, lies and truths. "In 'Loneliness', for example, I saw a figure in the desert at the start," says Weinmann. "Later, while researching the video clip, I thought more of a fighter, I imagined the weapons she would choose. Gradually the figure in my head became a figure in a game. So I imagined the fight as a game or a sport." In the uncomfortable video to the song, the Belgian-Swiss performance artist Annalena Fröhlich portrays a fencer competing alone against an invisible opponent in a utterly surreal environment. This absurd solitude reflects different things. Weinmann continues: "This may also be the insight that the game is directed against you. The opponent is simply embodied by the infrastructure and doesn't even have to be present to win over you. This is the loneliness of being subject to structural power."

The involvement with virtual realities indirectly determines the production of the album. "Much of what happens online feels bland, wrong and manipulative. So I developed an appetite for the physical." Weinmann returns to her guitar after her initial Ableton euphoria. She meets the young Swiss musician Martin Schenker to discuss her ideas with a guitarist. Ironically, however, she discovers a producer: Schenker presents her with a lot of his own tracks and beats. "I trusted his taste and above all his chaotic methods," says Weinmann.

One of the great temptations of a digitized life is the idea that everything is measured and recorded and thus inevitably known. Weinmann, however, longs for surprise, for bewilderment. She seeks the unknown, the uncontrollable. So they both try out new things all the time, hang out and make music together. Schenker is also looking for things he hasn't heard or played yet. Both play each other an infinite amount of music, from Aphex Twin to Oneohtrix Point Never to Mount Kimbie to Kelela to some anime soundtracks or classic rock. Everything goes. "In the end we used some crappy synthesizers like the Yamaha DX7, Roland D-50 or Dr. Rhythm. And especially our guitars. Producing the album with Martin felt like playing in a band." Artificial intelligence will write good pop music, it's only a matter of time. But will it feel the joy of playing in a band?

Odd Beholder have released impressive EPs with "Lighting" (2016) and "Atlas" (2017). In spring 2018 they will present "Remixes", a tastefully composed EP with selected adaptations of friends they found on the road or of whom they have become fans: The/Das, Fejká, Hundreds, Alessandro Giannelli, Kalipo, Thomas Atzmann. The video clip for the single "Landscape Escape", shot by Berlin filmmakers Grambow & Kirchknopf in Azerbaijan in cooperation with the Azerbaijan Social & Modern Dance Association, wins the jury prize of the "Best Swiss Video Clip"-Awards 2017.

The song is also used at a central point in the film "Mario" (release 18.10.18), which deals with the difficult handling of homosexuality in football. Odd Beholder are invited by the Hamburg Electropop duo Hundreds to the tour of their current album. Odd Beholder visits the Great Escape Festival and tours in different formations in China, Italy, Germany and Switzerland. Afterwards Weinmann works together with Martin Schenker on the now available debut album.

"All Reality Is Virtual" by Odd Beholder will be released as LP, CD and digital on Sinnbus and Mouthwatering Records on 19.10.2018.


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Stream / Audio files via smarturl.it/OddBeholder-Reality

VIDEO:

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COVERPICTURE:

All Reality Is Virtual Cover

BANDPICTURES:

Odd Beholder

Odd Beholder Pic 01
Odd Beholder Pic 02

Pics by Odd Beholder

DATES:

13.10.2018 - CH - Zürich - Bogen F
27.10.2018 - DE - Berlin - Westgermany
01.11.2018 - CH - Winterthur - Albani

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